Stellungnahme des ADAC Hansa zur Greifswalder Diagonalquerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider stehen wir aus terminlichen Gründen für eine Podiumsdiskussion im Mai 2013 nicht zur Verfügung. Hier sind wir bereits auf zahlreiche Veranstaltungen vertreten.

Sicherlich wissen Sie aus den Printmedien, dass wir uns für das Projekt aus planerischer Sicht ausgesprochen haben. Hr. Imhorst hat bereits im Jahr 2010 dem ADAC das Projekt vorgestellt. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass nur das Gesamtprojekt sinnvoll ist. Aus Kostengründen reduzierte Lösungen sind nicht sinnvoll und Schaden dem Gesamtprojekt außerordentlich. Wir haben bereits zahlreiche Gespräche mit den Parteien in Greifswald geführt und uns auch hier für die Lösung ausgesprochen. Einige waren überrascht, wie ein „Autoclub“ auch pro Radfahrer argumentieren kann. Der ADAC versteht sich als Mobilitätsclub.

Eine Bewertung im Zusammenhang mit dem Gesamthaushalt der Stadt Greifwald können wir nicht abgeben, dies ist Aufgabe der Stadtvertreter bzw. der lokalen Politik.

Viele Gegner zweifeln die Verkehrsmengen, insbesondere die der Radfahrer an. Diese Verkehrsmengen hat der ADAC nicht in Rede gestellt, wir gehen davon aus, dass diese korrekt und fachlich richtig erhoben worden.

Zur Sache:

Ich kenne den Planungsstand aus dem Jahr 8/ 2010, daher kann ich mich auch nur auf diese Planung beziehen.

Grundsätzlich stehen wir dem Projekt positiv gegenüber. Der Bestand an Lichtsignalanlagen (LSA) an obiger Kreuzung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und müsste ohnehin zeitnahe aktualisiert werden. Die LSA Steuerung (Steuergeräte) sind mehr als 15 Jahre alt! Hier ist also ohnehin Handlungsbedarf. Ebenso muss in neue LED-Technik investiert werden. Alle diese Maßnahmen wären ohnehin für den Knoten notwendig. Die jetzige LSA Schaltung ist mit ihren extrem langen Umlauf bzw. Wartezeiten ohnehin nicht Richtlinienkonform!

Die Berechungen zur Leistungsfähigkeit zeigen, dass bei der Neugestaltung der Kreuzung die Leistungsfähigkeit für den IV (PKW) nicht verschlechtert wird bzw. sogar leicht optimiert wird. In den letzten 15 Jahren ist das Verkehrsaufkommen an der Europakreuzung um 20 Prozent gesunken. Nutzen 1995 in der nachmittäglichen Spitzenzeit 3814 Autos die Kreuzung, waren es 2010 nur 3067 Kraftfahrzeuge.

Die Leistungsfähigkeit der Kreuzung in Bezug auf die Radfahrer mit sehr hohem Verkehrsanteil und die Fußgängersituation wird deutlich verbessert. Die uns bekannten Projektkosten belaufen sich insgesamt auf 185.000 Euro, davon entfallen 130.000 auf die Umbaumaßnahmen, 25.000 auf LED-Technik und die übrigen 30.000 für den Ampelumbau und neue Markierungen.

Die Sonderregelung der Diagonalquerung für Radfahrer ist in der Tat ungewöhnlich und in den Planungsrichtlinien nicht expliziert genannt, aber durchaus für diesen Knotenpunkt sinnvoll.

Wichtig ist das das Gesamtkonzept konsequent umgesetzt wird und nicht nur Teillösungen (aus finanziellen Gründen) etabliert werden.

Zur Frage der Verkehrssicherheit kann man als außenstehender Verkehrsplaner wenig sagen. Hier kann ich mir nur auf die Aussagen der Polizei/Ordnungsamt vor Ort berufen. Sie gehen von einer deutlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer aus. Ähnliche Knoten in der Fahrradstadt Münster haben bei speziellen LSA für Radfahrer sehr positive Ergebnisse geliefert. Ebenso zeigt die neue ADAC Studie aus Hamburg das spezielle LSA für Radfahrer einen höheren Akzeptanzwert haben.

Mit freundlichen Grüßen

ADAC Hansa e.V.

Carsten Willms
Dipl.-Volkswirt

Verkehrspolitischer Sprecher

Abteilung Technik und Verkehr
Amsinckstraße 39-41
20097 Hamburg
Amtsgericht Hamburg, VR 3693

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